Wenn wir unter Stress stehen, stellt der Körper den Stoffwechsel auf eine erhöhte Leistungsbereitschaft um. Dies ist evolutionsgeschichtlich bedingt: Dieses Phänomen war in Gefahrensituationen lebensnotwendig, beispielsweise wenn der Urzeit-Mensch von einem Raubtier angegriffen wurde. Dann musste der Körper sofort leistungsbereit sein, um den Kampf aufzunehmen oder zu fliehen. Dieses Verhalten hat unser Körper nicht verlernt. Der Körper wird in erhöhte Handlungsbereitschaft versetzt, indem der sogenannte Sympathikus, ein Teil des vegetativen Nervensystems, automatisch angeschaltet wird. Gleichzeitig wird sein Gegenspieler, der Parasympathikus, der in Ruhezuständen aktiv ist, ausgeschaltet.

Ganz allgemein kann zwischen gutem Stress (Eustress), beispielsweise wenn wir große Freude empfinden, und negativem Stress, Distress, unterschieden werden. Mit dem Begriff „Stress“ wird meist dieser negative Stress bezeichnet, der in Situationen, in denen wir uns überfordert fühlen, auftritt.

Stress kann durch emotionale oder körperliche Faktoren ausgelöst werden. Es gibt viele unterschiedliche Arten von Stressoren, beispielweise:

  • Leistungsdruck
  • Körperliche Überforderung, zum Beispiel bei Arbeit und Sport
  • Nervliche Überlastung, zum Beispiel durch äußere Beeinträchtigungen wie Lärm oder innere Einflüsse wie psychische Probleme
  • Ängste vor schwierigen Situationen, zum Beispiel Prüfungen, Bewerbungsgespräch, Reden vor Publikum, Lampenfieber, Blackout
  • Beziehungskrise und Familienstress
  • Alltagsstress/-überlastung (Link zu Ratgeberseite 1)